Magersucht
EIGENSCHAFTEN
Anorexia Nervosa, Magersucht, ist eine Störung welche insbesondere junge Mädchen (20 mal öfter wie Jungs) betrifft und ca. 1% der Bevölkerung leidet darunter.
Die Störung zeichnet sich durch den extremen selbst aufgezwungenen Gewichtsverlust aus. Das Ziel der Betroffenen ist es die Gewichtszunahme zu vermeiden. Bei der Nahrungsaufnahme fühlt sich der Betroffene meist schmutzig und zählt akribisch jede Kalorie, die zu sich nimmt. Manche leiden auch unter einem Bewegungsdrang, sie befinden sich in ständiger Bewegung, damit sie auch das wenige, was sie zu sich nehmen abbauen.
Als Betroffen gelten Menschen, deren Gewicht mindestens 15% unter dem für sie geltenden Normalgewicht liegt. In extremen Fällen liegt ihr Gewicht bei lediglich 50% des Normalgewichts. Trotzdem empfinden sie sich für zu dick, denn sie stehen sich äusserst selbstkritisch gegenüber. Im Spiegel sich betrachtend urteilen sie über sich selbst, als ob sie eine Dritt-Person wären und nicht sich slebst.
Zum Störungsbild gehören, ausser dem bereits angesprochenen Gewichtsverlust auch weitere körperliche, biologische, hormonelle und emotionale Veränderungen. Zum Beispiel Ausfälle der Menstruation, emotionale Reaktionen, Scham-Gefühl und insgesamt weniger positive Gefühle. Im Hypothalamus ist weniger Serotonin vorhanden. Ein Neurotransmitter, welcher eine Rolle in der Stimmung und Appetit-Regulierung inne hat. Die Störung, die am häufigsten mit Anorexia Nervosa gepaart auftritt, ist daher Depression. Dies ist dann der Fall, wenn sich die negative Stimmungen akkumilieren.
Je Jünger die betroffene ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie später ein normales Leben führen wird. Die Störung gilt als heilbar. Sie ist jedoch auch mit einer nicht geringen Sterblichkeitsrate verbunden, wenn diese nicht Fachgemäss behandelt wird.
MÖGLICHE URSACHEN
Gründe für den extremen Verlust von Körpergewicht gibt es viele und verschiedene.
Allgemein gibt man oft den Medien die Schuld daran. Diese förderten eine Figur eines knochigen Top Models als Schönheits-Ideal und die Mädchen würden diesen “Traum-Massen” nacheifern. Dieser allgemein verbreitete Glaube scheint jedoch, zumindest weitest gehend, falsch zu sein und der Einfluss der Medien überbewertet. Medien alleine machen nicht krank.
Meistens ist es ein Zusammenspiel meherer Faktoren.
In einem Dokumentarfilm aus der “BBC Exklusiv” Reihe, welcher den Titel “Hilfe, mein Kind ist magersüchtig” trug, berichtete eines der betroffenen Mädchen:
“Das mit dem Top-Model ist Quatsch. Mein Körpergewicht ist das einzige worüber im Leben ich selbst bestimmen kann”
In der Tat geschehen im Leben oft Dinge, über die ein Kind keine Kontrolle hat. Zum Beispiel die Scheidung ihrer Eltern, Hänselein in der Schule, Kriminaltaten usw. oder auch nur ein starker Erfolgsdruck auferlegt von den Eltern oder sich selbst.
Schwer prägende Erlebnisse, welche ein Kind alleine nicht oder nur schwer verarbeiten kann. Vielleich gibt es sogar sich selbst die Schuld für die Scheidung ihrer Eltern.
Ihr Umfeld, ihre Umgebung, obliegt nicht ihrer Kontrolle. Ihr Körper unterliegt ihrer Kontrolle und dies wird ausgenutzt um den Rest zu kompensieren und nicht um einem von den Medien diktierten schönheitsideal zu entsprechen, wie es oft heisst.
MÖGLICHE THERAPIE-ANSÄTZE
Der eigene Körper ist eines der wenigen Dinge, welche unserer Kontrolle unterliegen. Dies gilt nicht nur für Anorexia Nervosa, sondern auch für andere Essstörungen und nicht-Essstörungen (wie zum Beispiel die Selbstverletzung durch Ritzen).
Eine solche Störung ist immer ein Signal dafür, dass etwas nicht stimmt.
Wichtig ist, dass das Umfeld des Betroffenen die Signale erkennt, wahrnimmt, versucht das Signal zu deuten, und versucht den Auslöser der dahinter steckt herauszufinden.
Eine schwierige Aufgabe, welche mit viel Vorsicht und Zeit angegangen werden muss. Ratsam ist es möglichst schnell professionelle Hilfe zur Beratung hinzu zu beziehen.
Je nachdem kann eine stationäre Behandlung von nöten sein. Dort werden die Essgewohnheiten der Betroffenenen von Grund auf verändert, ihr Essverhalten kontrolliert und bestimmte Ereignisse des Lebens aufgearbeitet, damit die oder der Betroffene später wieder in die Selbständigkeit entalssen werden kann. Auch dieser Weg zurück muss begleitet werden, da die Auslöser in der gewohnten Umgebung lauern und daher die Möglichkeit eines Rückfalls besteht.
Posted in Essstörung